Limitless

Pic via iheartberlin

Pic via iheartberlin

 

Es hat ungefähr 35° Grad hier drinnen und ich bin umgeben von Dunkelheit. Alle Leute, die mich noch gerade begleitet haben sind wie immer plötzlich weg, ein einziges Meer aus blitzartig erscheinenden Bildern in surrealen Farben umfließt mich. Ich schreibe schon wieder über’s Feiern und das tut mir Leid, aber daran sieht man eben, dass ich es nicht nur des Zeitvertreibs oder Gruppenzwangs wegen tue, sondern weil ich wirklich etwas darin finde. Dieser Ort hier überflutet mich jedesmal wieder so sehr, dass ich sofort vergessen habe, wie ich mich eben noch über die lange Wartezeit und die dreiste Behandlung der Mitarbeiter aufgeregt habe, kaum bin ich drei Schritte hinein gegangen.

Es ist Magie und Fluch zugleich fürchte ich, aber es ist auf jeden Fall bemerkenswert und einzigartig, was hier erschaffen wurde. Es ist eine eigene Welt, eine Welt aus dunklen Bildern und Tönen, Dinge, denen einfach nur wenige Leute auch gewachsen sind und genau deshalb ist das hier die bestbewachteste Festung der Stadt. Der Bass drückt so sehr auf meine Lungen, dass ich immer wieder gegen die ansteigende Panik, nicht genug Luft zu bekommen ankämpfen muss und dann löst sich sowieso alles um mich herum auf.

Ich weiß nicht mehr, was ich wirklich sehe und höre, denn alles um mich herum nimmt mich so sehr ein, dass es ein neues Ganzes ist. Einige von euch mögen das Wahnsinn nennen,für mich aber ist es die höchste Stufe an Inspiration. Die Achtelsekunden, in denen der Raum stroboskopisch erleuchtet ist, zeigen eine derart vielfältige Szenerie, dass man sie kaum begreifen kann, bis sich das Bild schon wieder verändert hat. Um mich herum sind Fratzen und auch Engel, und jede einzelne Bewegung verschmilzt zu einer homogenen Liebe. Das hier ist nicht nur ein Club, es ist ein Heiligtum, es ist absolute Freiheit und damit so unendlich selten und wertvoll geworden. Alles auf Anfang gesetzt und bleiben tut nur der Bass, in dem mein ganzer Körper bebt, und die Hingabe zur Musik. Nichts kann meinen Kopf so ausschalten wie dieses Gebäude, diese eine Festung, in der sich sogar dein wahres Ich so geschützt fühlt, dass du ihm vollkommene Freiheit lassen kannst.

Das hier ist der beste Film, den ich seit langem gesehen habe, und ich weiß, dass ich von diesen Bildern die nächsten Wochen zehren werde, bis ich hierher zurück kann. Daran will ich gerade noch nicht denken, ich will nichtmal auf die Uhr oder mein Handy schauen, ich will eigentlich nur, dass dieser Moment für immer ist. Denn eines weiß ich noch mehr:

Ich will hier nie wieder weg.

 

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