The 5 stages.

silvester2

 

Ich kann gar nicht aufhören zu quietschen, und das alles wegen eines Titelbildes einer geöffneten Pforte über 600km entfernt von mir. Ich ernte komische Blicke, aber das hier wird wahrscheinlich sowieso keiner von denen verstehen. Ungeduldig warte ich darauf, diesen Klotz Beton endlich verlassen zu können, nur um mich dann wieder darüber aufzuregen, dass in meinen Koffer nicht genug Zeug reinpasst. Ist schon komisch, was in einem Jahr so alles passieren kann. Hier in München sind die Bookings jedes Jahr beinahe beängstigend gleich und letztes Jahr um diese Zeit habe ich meinen persönlichen Feierrekord von 10 von 11 Tagen hintereinander aufgestellt und war so glücklich wie nie. Jetzt graut es mir bereits vor de Rückfahrt und ich spiele mit dem Gedanken, einfach dort zu bleiben und unterzutauchen. Ich habe heute einen Artikel über die 10 Zeichen, an denen du erkennst, dass du in der falschen Stadt lebst gelesen und 9 davon haben zugetroffen; aber nichtmal das macht es leichter. Ich muss euch schon zu Tode langweilen mit diesem scheinbar nie endenen Kampf und Zwiespalt und das tut mir Leid, aber so sehr ich es mir auch wünschen würde, derart krasse Entscheidungen kann man leider nicht rationalisieren. Das Leben ist kein Konjunktiv, also konzentrieren wir uns auf das jetzt und her und  vor allem darauf, wer ich geworden bin, denn das sagt eigentlich am Meisten aus. Diese Veränderungen machen mir Angst, denn selbst ich erkenne mich selber kaum wieder. War niemals so gereizt, sarkastisch und gleichgültig wie jetzt und hätte auch nie gedacht, den Großteil meiner Leute so von mir fortzustoßen. Ich habe versucht, das Richtige zu tun, ich hatte Angst vorm Entfremden, Vermissen und vorm Neu Anfangen. War stolz auf die Privilegien, auf meine Festung, sei es emotional oder räumlich gesehen, ich habe mir immer wieder anhören müssen, dass ich hier doch alles habe.

 

Ja. Alles, ausser die Luft zum atmen, die ich brauche, um mich zu entfalten.

Alles ausser Freiheit, alles ausser Chancen, über mich hinauszuwachsen, alles ausser einen Himmel mit vier Ecken über mir und sonst nichts.

Als würde man eine Pflanze mit Schnaps gießen, eine Weile wird sie das sicher mitmachen, aber irgendwann vertrocknet sie dir. Das hier ist das Leben, das ich führen will, aber es ist nicht der richtige Ort dafür.

Und ich habe leider unterschätzt, wie wichtig der Boden für die Früchte, die du aussähst, wirklich ist.

Ich habe nur dieses eine Leben und ich muss es aus diesem Käfig rausbringen, auch wenn ich die Leute liebe, mit denen ich ihn teile. Lieber so, als dass ich sie am Ende noch mehr verletze, weil ich den Anblick der Gitterstäbe nicht mehr ertrage.

I once wrote ‘give me back my home’. I wish I’d never realized the true meaning of that.

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