Where words fail, music speaks.

 

music2(Foto von der wunderbaren Angela <3 )

(waveform: Duke Dumont – the giver. Dedicated to the person i love more than the whole world, the one who set me free, the special someone who made me want to give it <3)

 

Das Pfefferspray beißt sich durch all meine Schleimhäute und mir schießen Tränen in die Augen.
So fühlt sich das also an, und dabei war ich nichtmal Ziel des eigentlich Angriffs und damit auch kein Missetäter, sondern wieder mal nur zur falschen Zeit am falschen Ort.
Schnell retten wir uns in den Club, diesmal noch mehr schützende Mauern als sonst, nur aus anderen Gründen. Der Schalter in meinem Kopf legt sich mit dem ersten Vibrieren des Basses wie immer selber um, ich bin in meiner eigenen Welt und plötzlich ist alles gut. Werde angegrinst, gegrüßt, spüre Arme um meinen Nacken und ein leichtes Kribbeln in den Füßen. Drei Momente später sind drei Stunden vergangen, ich sitze im Strandkorb und wippe zum Takt, schaue in die Runde meiner selbsterwählten Familie und bin ausnahmsweise mal ganz still. Einige dieser Leute kenne ich erst seit wenigen Tagen oder Stunden, und trotzdem sitze ich hier und fühle mich mit ihnen auf eine so grundlegende Weise verbunden, dass ich es fast gar nicht zugeben möchte. Raven verbindet, so doof es auch klingt. Aber genau solche Sätze sind auch der Grund, wieso es auf einmal jeder ausprobieren möchte, wieso die Veranstaltungen langsam immer überlaufener werden und ich mich jedes Wochenende furchtbar darüber aufrege, wie die Szene doch verkommt.          Eine Woche später, und doch kommt es mir vor wie noch am selben Tag, denn wir machen genau da weiter, wo wir aufgehört haben. Fünf Tage lang Augen zu und durch, mit den Köpfhörern im Ohr durch den Arbeitsweg tanzen, bis man es endlich wieder zu lauter Musik mit Sonnenstrahlen auf der Haut tun darf. Es ist nicht immer dasselbe, aber es ist jedes Mal die gleiche Art von Erinnerung, bunten Farben und Tönen, die meinen Kopf füllen, wenn ich danach daran zurückdenke. Es ist mein größter Zeit- und Geldfresser, es ist der Grund wieso ich fünf Schritte zurück in meinem Leben gegangen bin und es keine Sekunde bereut habe, es ist die Manifestation meiner Unvernunft und der Magnet, der mich wahrscheinlich am meisten davon abhält, in meinem Leben weiter zu kommen, einfach, weil die Anziehung noch zu stark ist. Aber es ist auch mein Heiligtum, mein Ausgleich, meine Droge, meine Luft zum atmen und die eine Sache die selbst den dunkelsten Orten in meinem Kopf stand und die Waage halten kann. Es sind die 72 Stunden in meiner Woche, in der es mir egal ist, wie ich aussehe, in der ich nonstop doof grinse oder versuche, mich nicht anzicken zu lassen.
Es ist der Katalysator für jedes einzelne meiner Gefühle, die Gänsehaut, die mir nur allzu oft die Arme hochkriecht und die Träne, die ich manchmal herunterschlucken muss, aber auch genauso das unbesorgte Lachen und das in den Morgen tanzen (jedoch ganz sicher nicht der Glitzer im Gesicht deiner Freundin.)
Es ist alles, was ich brauche, um glücklich zu sein, egal wie blöd das auch klingt.

Denn das ist das schöne an Musik – sie können sie dir nicht nehmen. Man braucht Musik, um nicht zu vergessen… nicht zu vergessen, dass es noch Orte auf der Welt gibt, die nicht aus Stein sind, dass in deinem Inneren noch etwas ist, das sie nicht kriegen können, das nur dir allein gehört.

 

 

 

Advertisements